Les Salines de Calp

Les Salines de Calp

Les Salines de Calp: Flamingos auf Straßenniveau

Es gibt wenige Orte, an denen man Flamingos mit einem 332 Meter hohen Felsen im Hintergrund und einem Supermarkt im Rücken beobachten kann. Genau das sind Les Salines de Calp: ein 41,08 Hektar großes Feuchtgebiet mitten im Ort, etwa 500 Meter vom Penyal d’Ifac, das noch als Vogelrefugium funktioniert, obwohl hier seit fast vierzig Jahren kein Salz mehr produziert wird.

Der Ursprung ist geologisch: eine Küstenlagune tombolischen Ursprungs, entstanden durch die doppelte Sandbarrenreihe, die den Penyal schließlich mit dem Festland verband. Sie ist als Küsten-Salzmarsch im Katalog der Feuchtgebiete der Comunitat Valenciana geführt und wurde 1993 zur Land-Meer-Zone erklärt.

Zweitausend Jahre Salz

Die Lagune wurde wahrscheinlich schon in römischer Zeit in eine Saline umgewandelt: Meerwasser trat durch Kanäle und Schleusen ein, angetrieben von den Wellen. Dieses Salz diente der Fischkonservierung und der Herstellung von Garum, der fermentierten Fischsauce, die an den Banys de la Reina von Calp produziert wurde. Die Blütezeit lag im 2. Jahrhundert n. Chr.

Dann kam der Verfall. Im 18. Jahrhundert, als die Lagune an Salzgehalt verlor, wurde ihre Beseitigung sogar angeordnet – 1786 – aus Angst vor Malaria. Die moderne Nutzung baute sie im 20. Jahrhundert wieder auf, vorangetrieben von Vicente Buigues, „Ti Marguí”, und sie versorgte über 40 Gemeinden mit Salz. Die Produktion endete endgültig 1988.

Die Vögel: was man sieht und wann

173 Arten wurden registriert. Der Star ist der Rosaflamingo (Phoenicopterus roseus), einen Großteil des Jahres präsent und in Spitzenzeiten mit mehreren Hundert Exemplaren. Die besten Monate sind Mai, Juni, Juli und August.

Ein ehrlicher Hinweis: Dies ist keine Brutkolonie. Dokumentiert ist nur ein Nistversuch im Sommer 2002, und die Bestände schwanken stark. Wer Flamingoküken erwartet, wird enttäuscht.

Neben den Flamingos: Stelzenläufer (Himantopus himantopus), Graureiher, Seeregenpfeifer, Wasserralle, Blässhuhn sowie gefährdete Arten wie die Marmelente und die Weißkopf-Ruderente.

Ein Hinweis zum Schutzstatus. Les Salines stehen im Feuchtgebietskatalog der Comunitat Valenciana und werden von der Gemeinde Calp gepflegt, gehören aber nicht zum Natura-2000-Netz – anders als manche Websites behaupten. Vogelschutz- und FFH-Gebiet ist der angrenzende Naturpark Penyal d’Ifac.

Der Weg und die Beobachtungshütten

Der äußere Rundweg ist ganzjährig frei und kostenlos: eben, ohne Steigung, mit gleichmäßigem, rutschfestem Belag, geeignet für Rollstühle und Kinderwagen, mit Informationstafeln am Anfang (römische Geschichte und ökologischer Wert) und Bänken mit Rücken- und Armlehnen.

Zur Länge widersprechen sich die Quellen: Das Audit für barrierefreien Tourismus nennt 2,3 km für den barrierefreien Rundweg ab dem Tourismusbüro am Peñón, andere Quellen 3,9 km für die komplette Runde. Rechnen Sie je nach Strecke und Tempo mit 45 Minuten bis eineinhalb Stunden.

Zudem führt ein innerer Weg zu mehreren Vogelbeobachtungshütten, eine davon aus Holz, gebaut, um die Tiere nicht zu stören. Dieser Weg ist nicht barrierefrei.

Dokumentierte Schwachstelle: In der Avenida Polonia verengt sich der Gehweg auf 100 cm, und Vegetation ragt in den Durchgang.

Anfahrt und Parken

Mit dem Auto: AP-7 Ausfahrt 64 (Altea/Calpe), dann N-332 und den Hinweisen „Port” oder „Penyal d’Ifac” folgen: Die Salinen liegen am Weg.

Parken: Es gibt einen großen kostenlosen Schotterplatz direkt an den Salinen, viel genutzt als Alternative zum Parkplatz am Penyal – der winzig und immer voll ist – und zur gebührenpflichtigen Zone am Hafen. Von dort sind es etwa 10 Gehminuten bis zum Beginn des Aufstiegs auf den Peñón. Am Tourismusbüro am Peñón, dem Startpunkt der barrierefreien Route, gibt es 2 reservierte Plätze für Menschen mit eingeschränkter Mobilität.

Mit der TRAM: Die Linie 9 hat eine Station in Calp. Benidorm-Calp dauert 36 Minuten, Dénia-Calp etwa 45. Stündlicher Takt.

Tourist Info Calpe Salinas: Avenida de los Ejércitos Españoles, 44.

Beste Tages- und Jahreszeit

Für Flamingos Mai bis August. Für Licht und Vogelaktivität die frühen Morgen- und späten Abendstunden; der Sonnenuntergang mit dem Penyal als Silhouette ist der fotografische Moment. Die Mittagszeit im Sommer ist anstrengend: kein Schatten, und das Gleißen über dem Salz ermüdet die Augen.

Ein laufendes Projekt

Im November 2025 nahm die Gemeinde Les Salines in das Projekt „Alicante Renace” auf und wies einen ersten Bereich von fast einem Hektar aus. Am ersten Pflanztag setzten 200 Freiwillige 200 Bäume, mit geschützten Arten wie der Sandarakzypresse (Tetraclinis articulata), Rosmarin und Johannisbrotbaum, um 10.000 m² Feuchtgebiet zurückzugewinnen.

Praktische Informationen

Fläche41,08 ha
SchutzstatusFeuchtgebietskatalog der C. Valenciana (Küsten-Salzmarsch)
PreisKostenlos, keine Reservierung
Äußerer WegGanzjährig offen, eben und barrierefrei
Innerer WegZu den Hütten; nicht barrierefrei
Länge2,3-3,9 km je nach Strecke (45 min - 1 h 30)
FlamingosMai bis August; keine Brutkolonie
Registrierte Arten173
ParkenKostenloser Schotterplatz an den Salinen
Entfernung zum PenyalEtwa 500 m

Was in der Nähe liegt

  • Der Penyal d’Ifac, 500 Meter entfernt – er verlangt eine Voranmeldung und ist auf 300 Personen pro Tag begrenzt
  • Die Banys de la Reina, die römische Garum-Fabrik, die dieses Salz verwendete
  • Der Fischereihafen und die Lonja von Calp
  • Die Strände und Buchten von Calp: 14 Stück, von La Fossa bis zum Morro de Toix

Häufige Fragen

Wann sieht man Flamingos in den Salinen von Calp?

Die besten Monate sind Mai, Juni, Juli und August, mit Populationen von mehreren Hundert Tieren. Sie sind einen Großteil des Jahres da, aber die Bestände schwanken stark. Es ist keine Brutkolonie: Dokumentiert ist nur ein Nistversuch, im Sommer 2002.

Darf man die Salinen betreten?

Man kann den äußeren Rundweg gehen, ganzjährig frei und kostenlos, und es gibt einen inneren Weg zu mehreren Vogelbeobachtungshütten, eine davon aus Holz. Was nicht geht: frei über die Becken laufen.

Ist es rollstuhlgerecht?

Der äußere Weg ja: eben, ohne Steigung, mit gleichmäßigem, rutschfestem Belag, Informationstafeln und Bänken mit Rücken- und Armlehnen. Der innere Weg zu den Hütten nicht. Eine dokumentierte Schwachstelle: In der Avenida Polonia verengt sich der Gehweg auf 100 cm, und Vegetation ragt hinein.

Wie lange dauert die Runde?

Je nach Streckenführung: Das Audit für barrierefreien Tourismus nennt 2,3 km für den barrierefreien Rundweg ab dem Tourismusbüro am Peñón, andere Quellen 3,9 km für die komplette Runde. Rechnen Sie mit 45 Minuten bis eineinhalb Stunden.

Muss man zahlen oder reservieren?

Nein: kostenlos und ohne Zugangsbeschränkung. Nicht verwechseln mit dem Penyal d'Ifac 500 Meter weiter, der eine Voranmeldung verlangt und auf 300 Personen pro Tag begrenzt ist.

📖 Guides zu Calpe

  • Strände und Buchten von Calp: Kompletter Guide 2026 Die 14 Strände und Buchten von Calp von Nord nach Süd, vom Penyal d'Ifac bis zum Morro de Toix: La Fossa, Arenal-Bol und Cantal Roig (Blaue Flaggen), Les Urques (die einzige für Hunde) und die naturbelassenen Buchten im Süden. Mit der Reservierungspflicht für den Penyal 2026.

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